Magische Bilder 01 - Die verschollenen Meister by El-Bahay Akram

Magische Bilder 01 - Die verschollenen Meister by El-Bahay Akram

Autor:El-Bahay, Akram [El-Bahay, Akram]
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: Bastei Entertainment
veröffentlicht: 2023-11-24T00:00:00+00:00


Awal

Arts Ansicht nach hätte es wohl kaum einen unpassenderen Ort für ihr Erscheinen in Kairo geben können. Er stolperte mitten auf einen staubigen Weg. Der Durchgang hinter ihm schloss sich, kaum dass er ganz hindurch war. Um ihn herum erkannte er kleine, orientalische Häuser, die allesamt nur ein Stockwerk umfassten. Aus der Ferne hörte er den Lärm von Motoren, in den sich dutzendfaches Hupen mischte. Einige Meter vor ihnen säumte eine Mauer die kleinen Bauten, und dahinter sah Art weitere Häuser, viel höher als die vor ihnen. In dem Dunst, der sie nebelgleich umhüllte, waren sie nur schemenhaft zu erkennen. Staub und Abgase ließen Art husten.

Neben ihm atmete Amin tief durch. »Ah, Kairo«, sagte er hörbar entzückt. »Nirgends duftet es wie hier.«

Das glaubte Art gerne. »Das ist Kairo?« Er war verblüfft. »Ich dachte immer, hier leben Millionen von Menschen. Eine Riesenstadt. Das hier …«

»… ist ein Friedhof«, meinte Amin mit einem Lächeln und tippte sich gegen seinen Hut, der so unbeschadet auf seinem Kopf saß, als würde er sich weigern, Spuren ihres Kampfes zu zeigen. »Die Totenstadt. Wenn ich mit Portalen reise, komme ich immer hier heraus. Ist nicht so einsam wie in der Wüste. Und trotzdem sicher.« Er grinste. »Hier gibt es keine Zeugen, falls die Inquisitoren mir mal auf die Spur kommen sollten.«

Neben Art machte Wu einige Schritte vorwärts. Amin führte sie beide auf die Mauer zu und dann aus der Totenstadt heraus. Die Straße, die sich unmittelbar an ihr entlang wand, war so stark befahren, dass Art, obwohl er gelernt hatte mit dem Pariser Verkehr zurechtzukommen, niemals versucht hätte, sie zu überqueren.

Um sie herum wurde die Luft erfüllt vom Hupen der zahllosen Fahrzeuge, die an ihnen vorbeifuhren. Zwischen den teils sehr betagten Gefährten erkannte Art auch eine Handvoll Karren, die von Eseln gezogen wurden.

»Wieso hast du so lange gewartet?«, fragte Wu.

»Monet wollte mitkommen«, sagte er. »Er … er hat versucht, sich mit einem Namen in Kairo ein Ticket hierher zu verdienen.«

»Er wollte mit nach Australien?« Amin schien nun, da er zu Hause war, bester Laune.

Weder Art noch Wu kommentierten den Scherz.

»Welchen?«, fragte die Chinesin.

»Horus.« Art runzelte die Stirn. Er war sicher kein Experte für das alte Ägypten. Doch er meinte sich zu erinnern, dass Horus ein Gott gewesen war.

»Der Falke?« Amin runzelte die Stirn. »Das kann alles Mögliche bedeuten.«

»Horus ist ein Mann«, erwiderte Art. Er unterdrückte den Impuls, ihnen von dem Bild in seinem Kopf zu berichten. Schon die Sache mit den Fotografien, in die nur er einsteigen konnte, war für die anderen seltsam. Vielleicht war es auch keine klassische magische Fähigkeit, jemandem die Gedanken aus dem Kopf zu lesen. Art hatte sein Leben lang außen gestanden und gelernt, sich doppelt anstrengen zu müssen, um wenigstens geduldet zu werden. Und selbst dann hatte er die abweisenden Blicke der meisten Menschen um sich herum gefühlt. Er wollte nicht, dass Amin ihn so ansah, wenn er womöglich weitere abnormale Talente aufwies. Und erst recht nicht Wu. »Horus muss ein schmächtiger Mann sein«, schob er rasch hinterher.

»Wunderbar«, sagte Amin wenig überzeugt.



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